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Melancholie des Alltags

Die Fotos dieser Ausstellung stellen die Sicht meiner Welt dar, so wie ich sie im Laufe der letzten sieben Jahre fortentwickelt habe. Nach einem Zitat von Bertolt Brecht: “Soy como el hombre que lleva un ladrillo para enseñar al mundo como es su casa”. Der Ziegelstein, den ich mit mir führe, ist der Filter, durch den ich die Welt sehe, das Zwielicht, in das alles getaucht ist.
Dieser Filter begleitet mich überall hin. An die Strände von Oaxaca, in die kleinen Dörfer von Chiapas, in die verlassenen tschechischen Kirchen, in die wunderschönen Straßen von Kopenhagen und in die langen, kalten Fluren aller Bahnhöfe, auf denen ich gewartet habe und auf allen Parkbänken, auf denen ich geschlafen habe.

 

Meine Mutter trägt den Namen Soledad und sie empfindet ihn als Strafe. Und auch wenn meine Mutter zuhause immer viele Menschen um sich hat, fühlt sie sich trotzdem allein. Ich frage mich, ob Einsamkeit, Traurigkeit, Nostalgie, Melancholie, mit einem Wort „Soledad“ erblich ist, ob sie tief in meinen Genen verankert ist. Ich habe gelernt damit zu leben und sie ist Teil meiner selbst geworden. Alles, was mich umgibt und alles, was ich mache ist von ihr bestimmt. Mein Schreiben und meine Bilder sind ein Versuch diese Kraft zu lenken.